Lohnt sich teure energiesparende Haustechnik?

EFH Soldierer in GochWir wohnen jetzt bereits 4,5 Jahre im neuen Haus. Unsere Energiekosten werden ausschließlich durch den Verbrauch an elektrischer Energie und Holzpellets bestimmt. Im folgenden werden für unseren Haushalt die jährlichen Energiekosten den zusätzlichen Investitionskosten eines Niedrigenergiehauses gegenübergestellt.

Technik

Jahresverbrauch

  • Holzpellets: 3,2 to
  • Strom: 6000 kwh

Verbrauchsabhängige Kosten
(inkl. Umsatzsteuer, Jahresdurchschnitt nach 4,5 Jahren)

  • Holzpellets: 620 Euro
  • Strom: 1140 Euro

Photovoltaikmodule Soldierer in Goch

Ich denke für einen 5-Personen-Haushalt mit 200 m2 Wohnfläche im freistehenden Einfamilienhaus sind das einigermaßen vernünftige Werte.  Der gegenüber einem Durchschnittshaushalt höhere Jahresstromverbrauch wird zwar zum Teil durch die Energietechnik selbst verursacht (Lüftungsanlage, Pelletförderung), ist daber dennoch zu hoch. Alleine die Computer und Fernseher im Haus verbrauchen bereits ca. 600 kwh pro Jahr und tragen damit nicht unerheblich zum schlechten Gewissen bei.

Zieht man von den Gesamtkosten (1760 Euro)  die Einspeisevergütung ab (2500 Euro) , ergibt sich ein Überschuss von 740 Euro pro Jahr. Für den Besitzer eines Einfamilienhauses mit Standardenergietechnik und vergleichbarem Stromverbrauch sah die durchschnittliche jährliche Rechnung in den vergangenen 4 Jahren ganz anders aus. Dem folgenden Beispiel liegt eine Ölheizung mit Warmwasserbereitung zugrunde. Stromkosten für Lüftungsanlage und Pelletförderung (ca. 700 kwh/Jahr) entfallen.

  • Heizölkosten bei Einkauf von 2000 Liter für EFH mit Standard Energietechnik im Oktober 2008: 1400 Euro
  • Stromkosten (5300 kwh): 1000 Euro

Im Vergleich mit einem Standard-EFH gleicher Größe mit Ölheizung sparen wir somit über 3000 Euro verbrauchsabhängige Energiekosten pro Jahr. Dem stehen natürlich die Investitions- und Unterhaltungskosten unserer Niedrigenergie-Gebäudetechnik gegenüber, die verglichen mit einem Standard-EFH und bezogen auf einen Zeitraum von 20 Jahren um ca. 60000 Euro höher ausfallen. Vordergründig macht sich bei monatlicher Einsparung von 3000 Euro die aufwändige Technik also nach 20 Jahren bezahlt. Ich überlasse es dem Leser, Zinseffekte einer Kreditfinanzierung bzw. der Anlage der monatlichen Einsparung in die Berechnung mit einzubeziehen

Unsere Entscheidung für eine Investition in die Energiezukunft haben wir jedenfalls nicht bereut. Sie lohnt sich für uns und die Umwelt gleichermaßen. Und das für uns nicht nur in fininzieller Hinsicht. Auch gesundheitliche Aspekte, verbundem mit erhöhtem Komfort (Wohnraumlüftung), tragen zur Zufriedenheit bei. Ganz zu schweigen vom guten Gefühl, erhebliche Mengen CO2 einzusparen.

2 thoughts on “Lohnt sich teure energiesparende Haustechnik?

  1. Irgendwas ist da falsch gerechnet. KFW40 bedeutet ja, max. 40KWh/qm im Jahr Heizbedarf. Für WW ist zu ca. 60% die Solarthermie zuständig, d.h. euer Bedarf ist grob geschätzt 60% von ca. 5000kwh/a. Also, 3,2 to Pellets sind 4,7kw x 3200 = 15000kw/a Energie. Davon gehen 40% von 5000kw/a für WW weg – bleiben 13.000kw/a. Das sind bei 200qm ein Heizbedarf von 65kw/qm pro Jahr. Entweder hab ich falsch gerechnet oder das Haus ist kein KFW40 Haus.

    Zur Gegenrechnung mit Heizöl: 3,2 to Pellets sind ca. 1,6 to Heizöl, nicht 2,0 to. Das Heizöl kostet gerade 64 cent – macht also rund 1000€ für Heizöl – nicht 1400. D.h. in der Summe eigentlich ganz ähnliche Kosten, wie bei Euch.

    Fazit: Ohne die vom Staat subventionierte Photovoltaikanlage, würde sich die Energieeinsparung nicht rechnen. Aber selbst mit dieser und zusammen mit den enormen Mehrkosten, rechnet sich das leider nicht….?

    1. Danke für dein Feedback, Wolfgang.

      Das Haus ist tatsächlich (berechnet) “nur” ein KFW60 Haus, ich habe das im Text korrigiert. KFW40 war nicht drin, dafür hätten wir auf einen (bezahlbaren ) Holzerker verzichten und mehr Isolierung einbauen müssen. 60 war ein gangbarer Kompromiss.

      2000 Liter Heizöl habe ich angesetzt weil ich von einem “Standard EFH” ausgehe, also ohne Solarthermie und Lüftungsanlage, und mit weniger Dämmung. Das kommt mit 1,6 to Öl nicht aus. Der Heizölpreis war der vom Oktober 2008.

      Du hast Recht, ohne die Förderung der PV Anlage würde sich das alles nicht rechnen. Aber auch mit einigen der anderen Investitionen lässt sich auch bei großzügiger Rechnung kein Geld sparen. Das gilt insbesondere für die Heizungsunterstützung der Solarthermie (war erforderlich für die Fördergelder) und für die kontrollierte Wohnraumlüftung (Komfortaspekt im Vordergrund).

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